ZAL-Referat von Matthias Mölleney:

Das Bild eines Telefons vor hundert Jahren neben dem eines Smartphones. Ein Auto aus den 20er Jahren neben einem Tesla. Mit diesen Vergleichen zeigt Matthias Mölleney, wie sehr sich unsere Welt gewandelt hat. Dann der ernüchternde Vergleich zweier Schulzimmer, die sich kaum voneinander unterscheiden, obwohl über 100 Jahre dazwischen liegen.

Anders sieht es in der Wirtschaft und in der Technologie aus. Es entstehen neue Strukturen, neue Denkmuster, neue Kommunikationswege. Branchengrenzen werden zunehmend verwischt, Arbeitszeiten flexibler, Hierarchien flacher. Viele Berufe werden sich verändern, einige ganz wegfallen und Menschen- durch Maschinenkraft ersetzt. Daneben entstehen aber auch

laufend neue Berufe. Die ganze Wirtschaft wird neu gestaltet. Heute kommen junge Menschen in Firmen, deren digitale Kompetenzen weiter reichen, als jene ihrer Vorgesetzten. Flexibilität und Kollaboration sind heute mehr gefragt, als Grösse und Komplexität von Unternehmen. Organigramme und Hierarchiestrukturen weichen der Selbstorganisation innerhalb einer Firma durch ihre Mitarbeiter. Ein neues Führungsverständnis entsteht. Vom Chef zum ebenbürtigen Teamkollegen, der von seinen Mitarbeitern lernen kann.  Diese Mitarbeiter wollen heute von ihren Vorgesetzten wissen, was sie ihnen bieten können, statt nur zu fragen, was sie für ihre Chefs leisten können.

Ausschlaggebend für den Erfolg einer Firma oder einer Schule ist die „Psychologische Sicherheit“ der Mitarbeitenden, ausgedrückt in gegenseitigem Respekt, Vertrauen, gemeinsamer Verantwortung und Wertschätzung.  Die Teammitglieder sollen sich sicher genug fühlen, um zwischenmenschliche Risiken einzugehen (gewagte Ideen und unkonventionelle Vorschläge zu äussern). In einem Umfeld, in dem sich Mitarbeiterinnen wohl fühlen, können diese automatisch bessere Leistungen bringen.

Die Schule muss sich fragen, ob sie ihre Schülerinnen und Schüler auf diese Veränderungen genügend vorbereitet. Mit veralteten Methoden, wie dem reinen Auswendiglernen von Fakten, wird den veränderten Anforderungen der Berufswelt zu wenig Rechnung getragen. Von jungen Menschen wird in Zukunft verlangt kreativ zu sein, komplexe Probleme zu lösen und kritisch zu denken. Mölleney empfiehlt Schulen deshalb, mutiger zu denken, mehr zu experimentieren und alte Strukturen aufzumischen.

Text: Alma Pfeifer