ZAL-Referat von Dr. Esther Ziegler

Alle sind sich einig, Wissen kann nicht einfach eingegossen, sondern muss aktiv konstruiert werden. Frau Dr. Ziegler weist in ihrem Referat zum effektiven Frontalunterricht entschieden darauf hin, dass Lernen ein «aktiver» Konstruktionsprozess ist und falsche Denkschritte dazu geführt haben, anzunehmen, dass aktiv meinen könnte, die Lernenden müssten beim Denken immer aktiv also handlungsaktiv sein. Es ist deshalb wichtig, zwischen einer Handlungs- und einer Denkebene zu unterscheiden und diese nicht zu vermischen. Der «aktive» Denkprozess des Lernenden ist für alle Vermittlungsmethoden relevant, ob nun direkt instruiert wird, das Selbstlernen auf dem Programm steht, kooperative Lernformen angewendet werden oder Phasenunterricht stattfindet.

Resultate aus Forschungsartikeln sind gemischt und weisen darauf hin, dass es für alle Lernformen Vorteile gibt. So schneidet die direkte Instruktion besser ab beim Lernen von Faktenwissen, Lösen von Routineprobleme oder konzeptuellem Wissen. Stark strukturierte Lernumgebungen funktionieren auch etwas besser bei Lernenden mit wenig Vorwissen, bei jüngeren oder weniger begabten Lernenden sowie für kurz- und mittelfristiges Wissen. Offene Lernumgebungen eignen sich hingegen etwas besser für analytisches Denken, angewandtes Wissen, klinisches Wissen sowie für Experten. Selbstlernen schneidet auch etwas besser ab für längerfristige Konsolidierung und weiten Transfer. In der Forschung erweist es sich allerdings als schwierig, die beiden Lehr- und Lernmethoden miteinander zu vergleichen, weil oft (zu) viele Faktoren variieren und die Vergleichbarkeit damit reduziert ist.

Im Endeffekt sind Strukturierung, Lehrersteuerung, gutes und ausgereiftes Arbeitsmaterial, Zeitausnutzung, Lernüberwachung und Feedback sowie Konsolidieren und Üben entscheidend für einen guten Unterricht.  Das gilt für Selbstlernsettings genauso wie für die direkte Instruktion. Je stärker Lehrpersonen ihren Unterricht und ihre Lernumgebungen so gestalten können, umso besser sind die Resultate der Lernenden.

Lernen ist Magie! Wenn den sozialen Prozessen, den Emotionen, dem direkten Kontakt und Austausch sowie einem vertrauensvollen Verhältnis zwischen Lehrperson und Schüler Raum und Zeit gegeben wird. Für Lehrpersonen heisst das auch, Methoden immer wieder zu reflektieren und dranzubleiben bei der Suche nach der eigenen Wirksamkeit.

 

Text: ZAL