Seit wann bieten Sie Weiterbildungen für Schulassistenzen an?

Katia Lips Honegger und Regine Thon: Seit wir das Angebot 2013 entwickelt und lanciert haben, bieten wir bei der ZAL jeweils zwei bis drei Kurse pro Jahr an. Unsere praxisorientierten Kurse sind beliebt, die Nachfrage ist gross. Die Teilnehmenden belegen oft auch unsere weiterführenden Angebote.

Wer arbeitet als Schulassistentin oder Schulassistent?

Lips Honegger/Thon: Es sind vorwiegend Frauen, welche die unterschiedlichsten beruflichen Hintergründe mitbringen. Oft suchen die Kursteilnehmerinnen eine neue berufliche Herausforderung, die sich gut mit der Familie vereinbaren lässt. Die Tätigkeit als Schulassistenz bietet ihnen diese Möglichkeit. Dies hat sich seit dem Start unserer Weiterbildung nicht verändert.

In welchen Bereichen arbeiten Schulassistenzen?

Lips Honegger/Thon: Sie sind im Unterricht tätig, begleiten einzelne Kinder oder werden in herausfordernden und/oder grossen Klassen eingesetzt. Wir empfehlen, dass sich die Schulassistenzen um mehrere Kinder kümmern, damit einzelne Kinder nicht stigmatisiert werden. Zunehmend sind sie ein nicht mehr wegzudenkender Teil des Schulbetriebs und der Tagesstrukturen. Sie nehmen an Sitzungen und Weiterbildungen teil.

Die Kindergartenlehrpersonen fordern zum Schulstart Assistenzen an fünf Vormittagen. Wird das von den Schulen aufgenommen?

Lips Honegger/Thon: Das unterscheidet sich von Gemeinde zu Gemeinde. In unseren Schulgemeinden beispielsweise wird der herausfordernde Schulstart mit zusätzlichen Stunden von Schulassistenzen unterstützt. Schön wäre es, wenn eine solche Unterstützung flächendeckend gewährleistet wäre, da der Kindergarten als erster Eintritt ins Schulsystem mit besonderen Herausforderungen verbunden ist.

Wie hat sich die Anstellung von Schulassistenzen entwickelt?
Lips Honegger/Thon: Der erste Schritt zur offiziellen Anerkennung der Schulassistenzen durch das VSA war eine 2016 publizierte Broschüre zu Schulassistenzen mit Rahmenbedingungen für die Anstellung. Davor entwickelten die Gemeinden selbständig Stellenbeschriebe, um dem Bedürfnis nach mehr Unterstützung im Klassenzimmer gerecht zu werden. Die Anstellungen entwickeln sich immer mehr von Arbeit auf Abruf zu Festanstellungen mit Jahresverträgen und höheren Pensen. Trotzdem leben aber leider viele Schulassistenzen immer noch mit der Unsicherheit, dass sie erst kurz vor oder in den Sommerferien wissen, ob und wie sie im neuen Schuljahr angestellt werden.

Gibt es einen Trend hin zum «Beruf Schulassistenz»?

Lips Honegger/Thon: Das wäre sicher sinnvoll und wünschenswert. Denn sowohl von Seiten der Schulassistenzen wie auch von Seiten der Schulen und Lehrpersonen besteht der Wunsch nach mehr Kontinuität und Planbarkeit. Konstante Beziehungen im Schulalltag verbessern den Schulerfolg der Kin- der und ermöglichen ein positives Lernklima. Ausserdem erfordert unser integratives Schulsystem immer mehr personelle Ressourcen.

Text: Roland Schaller – ZLV

 

Die nächsten ZAL Klassenassistenzkurse von Katia Lips Honegger  und Regine Thon starten am:

20.5.2020 https://www.zal.ch/angebote/kurse?course=20-0103-03Z1

28.10.2020 https://www.zal.ch/angebote/kurse?course=20-0103-03Z2