Online-Referat: Umgang mit Neurodivergenz in der Volksschule

Overload erkennen – individuelle Lernpfade für die Zyklen 2/3 entwickeln

Neurodiversität prägt den Schulalltag – doch häufig fehlt ein gemeinsames Verständnis darüber, wie Lernumgebungen für Kinder und Jugendliche im neurodivergenten Spektrum ressourcenschonend gestaltet werden können. Pädagogische Fachpersonen stehen täglich vor der Herausforderung, den Unterricht so zu differenzieren, dass er sowohl neurotypischen als auch neurodivergenten Lernenden gerecht wird.

In diesem zweistündigen Online-Seminar zeigt Simone Tuena-Küpfer, Expertin für neurodiversitätsorientierte Didaktik und langjährige Lehrperson, wie Schulen flexible Lernwege partizipativ mit Kindern und Jugendlichen erarbeiten können. Sie verknüpft aktuelle neurowissenschaftliche Erkenntnisse aus der Lehr- und Lernforschung mit praxisnahen Lösungsansätzen. Dies ermöglicht einen stärkenfokussierten Blick auf die Schüler:innen – auch unabhängig von klinischen Diagnosen und/oder Veranlagungen.

Kursinhalt und Kursziele

  • Terminologie & Konzepte: Kurze Klärung des Neurodiversitätsparadigmas und dessen konkrete Bedeutung für heterogene Klassenzimmer
  • Reizüberflutung & Regulation: Individuellen Overload bei Lernenden rechtzeitig wahrnehmen, spiegeln und ressourcenorientierte Massnahmen erarbeiten
  • Neurodiversitätssensitive Settings: Gestaltung nachhaltiger, lernförderlicher Entwicklungswege durch Sicherheit, Vorhersehbarkeit, Flexibilität und Struktur, soziale Zugehörigkeit und eine neuroaffirmative Sprache.
  • Fallbeispiel aus der Praxis: Umgang mit internalisierendem vs. externalisierendem Verhalten von Mädchen im Autismus-Spektrum (mit/ohne ADHS) und das Erkennen meist verborgener Potenziale.

Zielgruppe

3.-6. Primar, Sekundarschule, Schulleitungen, Klassenassistenz

Übersicht

Kursnummer
27-RE0311
Kursleiter*innen
Simone Tuena-Küpfer
Kursort
Virtuelle Veranstaltung
Bereich
Pädagogik, Psychologie, Didaktik
Kursdaten
Kosten
40 CHF (2 Lektionen)
Verfügbarkeit
Durchführung geplant

Kursleiter*innen

Simone Tuena-Küpfer

ist Expertin für Neurodiversität in der Bildung. In ihre Arbeit fliessen wissenschaftliche Erkenntnisse, neurodidaktische Perspektiven, eine über 20-jährige eigene Unterrichtstätigkeit sowie persönliche Erfahrungen als neurodivergente Lehrende und Lernende. Sie befähigt zu einem praxisnahen Umgang mit individueller Reizverarbeitung und -regulation. Dabei verdeutlicht sie, wie chronischer Overload die Aufmerksamkeit blockiert und nachhaltige Lernprozesse inhibiert. Alters- und stufengerechte Wege von der Co-Regulation zur Autoregulation wirken sich dabei positiv auf die Lernatmosphäre aus. Sie begleitet Schulen, Teams, individuelle pädagogische Fachpersonen sowie neurodivergente Schüler:innen ab Zyklus 3 dabei, flexible Lernpfade zu entwickeln, welche wieder mehr Energieressourcen für alle im Klassenzimmer ermöglichen.