Traumapädagogik Teil 2 - Bindung und Bildung

Welche Bedeutung hat der Bildungsstil von unseren Schülerinnen und Schülern auf den Unterricht?

Die Bindungsqualität einer Schülerin, eines Schülers kann starke Auswirkungen auf das Verhalten in der Klasse und auf den schulischen Erfolg haben. Einem Kind, das sicher gebunden ist fällt es im Allgemeinen leicht, sich selbst zu steuern und sich selbst zu beruhigen, es entdeckt gerne Neues, merkt, wenn es Hilfe braucht und kann diese Hilfe kompetent einfordern. Ein Kind, das jedoch unsicher gebunden ist, ist auch im schulischen Bereich benachteiligt. Besitzt es einen der drei nicht sicheren Bindungsstile; unsicher vermeidend, unsicher ambivalent oder sogar einen desorganisierten Bindungsstil, so ist es für das Kind viel anspruchsvoller sich sozial zu integrieren und an seine kognitiven Fähigkeiten anzuknüpfen. Aufgrund seiner traumatischen Bindungsgeschichte ist es immer wieder gezwungen, in den Überlebensmodus zu wechseln.

Im hochkomplexen Bindungsbereich ist Traumapädagogik speziell hilfreich. Eine traumapädagogische Haltung und dementsprechende Interventionen können erfolgreiche Zugänge zu diesen belasteten Schülerinnen und Schülern schaffen. Damit können die Schule und der Unterricht für alle Beteiligte zu einem Sicheren Ort werden.

Kursinhalt und Kursziele

  • Wann und wie entwickelt sich die Bindungsqualität eines Kindes? Was braucht ein Kleinkind, damit es eine sichere Bindung entwickeln kann?
  • Was bedeutet der entsprechende Bindungsstil für unsere pädagogische Arbeit?
  • Warum können Bindungstraumatisierungen dissoziative Zustände begünstigen, die unter Umständen dazu führen, dass auch an die nächste Generation diese Bindungstraumatisierungen weitergegeben werden?
  • Wie und warum wurden und werden unsichere Bindungsstile gezielt für politische Zwecke gefördert? Als Beispiel wird Johanna Haarer, Nationalsozialistin 1900 – 1988, Autorin des Buches „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“, aufgeführt. Das Buch ist ein Ratgeber von 1934, der nach wie vor wegen seiner verheerenden schwarzen Pädagogik verboten ist.
  • Welche konkreten Möglichkeiten haben wir als Fachpersonen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die vermutlich nicht sicher gebunden sind? Wie erkennen wir Ihre Einladungen in ihre oft destruktiven Geschichten und wie können wir mit gemeinsam mit ihnen neue, positive Geschichten schreiben?
  • Welches sind die Wege in eine bindungsgeleiteten Schule?

Arbeitsweise

Videos und Dokumente für die eigenständige Bearbeitung im individuellen Tempo

Hinweis

Alle Schulstufen, alle Zyklen, auch für Sondersettings geeignet. Für Schulleitungen, Lehrpersonen, SHP, SSA, DaZ/DaF-Lehrpersonen, etc.

Zielgruppe

Alle

Übersicht

Kursnummer
on-EinfuehrungindieTraumapaedagogikTeil2
Kursleiter*innen
Marianne Herzog
Kursort
ZAL Akademie
Bereich
Pädagogik, Psychologie, Didaktik
Kursdaten
Selbstlernkurs online (Selbststudium nach eigener Zeiteinteilung)
Kosten
45 CHF (mindestens 3 Lektionen)
Verfügbarkeit
Durchführung garantiert

Kursleiter*innen

Marianne Herzog

Marianne Herzog ist Sekundarlehrerin, Fachberaterin und Fachpädagogin Psychotraumatologie SIPT und Supervisorin bso. 2018 hat sich Marianne Herzog selbständig gemacht nach ihrer Tätigkeit als Fachbeauftragte beim Erziehungsdepartement Basel-Stadt, wo sie das Umfeld von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und zusätzlichen Belastungen beraten hat. Als Traumapädagogin hat sie sich im In- und Ausland einen Namen gemacht, indem sie unter anderem komplexe hirnorganische Vorgänge bildlich darstellt, damit man sich auch unter Belastungen wieder daran erinnern kann. Sie ist Autorin des Buches «Lily, Ben und Omid», einem Standardwerk für Schule, Familie und Therapie, das in 19 Sprachen gedruckt ist.